"Weiden-Karl" mischte den Landfrauen-Herbstmarkt auf

 

"Weiden-Karl" zeigte den Bürgermeistern Hans-Jürgen Schwager (mit Enkel Lukas) aus Stoltebüll sowie Helmuth Meyer aus Rabel (von links) seine Handwerkskunst. Foto: uk

Esgrus. Wenn der Landfrauenverein Grünholz zu seinem jährlichen Herbstmarkt in die Bojumer Mehrzweckhalle ruft, strömen die Besucher herbei - nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von weiter her.

Bei diesem Stelldichein der Aussteller und Kunden kommen alle auf ihre Kosten - so auch in diesem Jahr. Da wurde das Schlange-Stehen vor dem Kaffee- und Küchenbüfett gerne in Kauf genommen, denn die von den Landfrauen gebackenen Kuchen waren wieder unwiderstehlich lecker.

Zum ersten Mal unter die Aussteller hatte sich "Weiden-Karl" aus Immenstedt bei Husum gemischt. Er saß draußen vor der Tür, ließ sich bei seiner Arbeit gerne auf die Finger schauen und stand den Besuchern zudem bereitwillig Rede und Antwort.

Der 65-jährige Karl Andresen, der mit seinem Flecht-Handwerk über die Märkte zieht, flicht aus Weidenruten, die aus der Treene-Sorge-Niederung stammen, Kränze, Körbe und so mancherlei mehr. Besagte Ruten sind gewissermaßen "Abfall" von Knickpflegemaßnahmen und bei "Weiden-Karl" in besten Händen. Seine Spezialität sind Spiralgeflechte, und er erläutert, was sich hinter diesem Begriff verbirgt: "Da wird drunter und drüber geflochten".

Von Beruf war Andresen Gärtner und arbeitete 20 Jahre lang in den Husumer Werkstätten. Inzwischen ist er mit seinem Handwerk aus Leidenschaft kreuz und quer im Land zwischen den Meeren unterwegs - zuletzt war er in Unewatt - und bietet auch Weidenflecht-Kurse an, um diese besondere Handwerkskunst den Menschen nahe zu bringen.

 

 


"Weiden-Karl" zeigte den Bürgermeistern Hans-Jürgen Schwager (mit Enkel Lukas) aus Stoltebüll sowie Helmuth Meyer aus Rabel (von links) seine Handwerkskunst. Foto: uk